„Die Kinder und ihre Wechselsachen“

„Die Kinder und ihre Wechselsachen“
Kolumne von Antonia Schirmer bei zeit.de
Teil der Serie „Neue Familienform“, in der die Autorin aus ihrem Leben in einer Patchworkfamilie spricht – aus Sicht der leiblichen Mutter.
Das Thema Wechselsachen, die zwischen zwei Haushalten hin- und hertragen werden müssen, kennt jeder in einer Patchworkfamilie. Lustig geschrieben. Message: Trennt Euch nicht, dann habt Ihr das Problem mit den Wechselsachen nicht!

„Wenn man eine Heilige ist, dann null Problemo!“

Seit Paula* Stiefmutter ist, versteht sie die Gefühle der bösen Stiefmütter in den Märchen immer besser. Dabei sieht sie ihre drei Stiefkinder nur ganz selten und versteht sich sogar gut mit ihnen. Doch bei jedem Treffen reißt sich die 37-Jährige den Kindern zuliebe zusammen, damit sie nicht mitbekommen, wie es ihr eigentlich geht. Sie unterdrückt dann ihre Gefühle: Eifersucht und Angst. Sie hat große Schwierigkeiten, die eigene Rolle zu finden, und fühlt sich von ihrem Mann zu wenig unterstützt. Bis zum Interview für diesen Text hat sie noch nie jemand gefragt, wie es ihr in ihrer Situation als Stiefmutter geht.

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Interview: „Die leiblichen Eltern haben bei Erziehungsfragen mehr Stimmrecht, obwohl die Stiefeltern genauso viel leisten.“

Als Anja* ihren jetzigen Mann Stefan* vor zehn Jahren kennenlernte, ging alles ganz schnell. Er war gerade frisch getrennt, nach nur drei Monaten zogen sie zusammen. Von einem Tag auf den anderen wurde sie von der alleinerziehenden Mutter einer Tochter zur Patchworkmutter mit vier Kindern, die inzwischen 13, 16, 17 und 19 Jahre alt sind. Konflikte haben sie vor allem bei Erziehungsfragen. Eifersucht dagegen ist schon lange kein Thema mehr.

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