Interview: „Am liebsten würde die leibliche Mutter mir den Kontakt zum Kind verbieten.“

Rebekka* sieht sich selbst nicht als Stiefmutter, weil sie den 8-jährigen Sohn ihres Freundes nur alle zwei Wochen sieht. An den Besuchswochenenden kümmert sie sich liebevoll mit um das Kind. Sie schmeißt sich regelrecht ins Zeug und überlegt sich immer neue Aktionen für den Jungen, über die sie anonym in einem Blog und auf Twitter berichtet. Für sie sind das Schreiben und der Austausch im Netz wichtig, weil sie im echten Leben niemanden hat, den sie zum Thema fragen kann. Und weil sie so Luft rauslassen kann. Denn wie so oft hat die Sache einen Haken: Die Exfrau ihres Freundes kann sie nicht ausstehen.

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„Wenn man eine Heilige ist, dann null Problemo!“

Seit Paula* Stiefmutter ist, versteht sie die Gefühle der bösen Stiefmütter in den Märchen immer besser. Dabei sieht sie ihre drei Stiefkinder nur ganz selten und versteht sich sogar gut mit ihnen. Doch bei jedem Treffen reißt sich die 37-Jährige den Kindern zuliebe zusammen, damit sie nicht mitbekommen, wie es ihr eigentlich geht. Sie unterdrückt dann ihre Gefühle: Eifersucht und Angst. Sie hat große Schwierigkeiten, die eigene Rolle zu finden, und fühlt sich von ihrem Mann zu wenig unterstützt. Bis zum Interview für diesen Text hat sie noch nie jemand gefragt, wie es ihr in ihrer Situation als Stiefmutter geht.

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Interview: „Die leiblichen Eltern haben bei Erziehungsfragen mehr Stimmrecht, obwohl die Stiefeltern genauso viel leisten.“

Als Anja* ihren jetzigen Mann Stefan* vor zehn Jahren kennenlernte, ging alles ganz schnell. Er war gerade frisch getrennt, nach nur drei Monaten zogen sie zusammen. Von einem Tag auf den anderen wurde sie von der alleinerziehenden Mutter einer Tochter zur Patchworkmutter mit vier Kindern, die inzwischen 13, 16, 17 und 19 Jahre alt sind. Konflikte haben sie vor allem bei Erziehungsfragen. Eifersucht dagegen ist schon lange kein Thema mehr.

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